Montag 09.00 – 17.00
Dienstag 09.00 – 17.00
Mittwoch 09.00 – 17.00
Donnerstag 09.00 – 17.00
Freitag nach Vereinbarung
Sprechzeiten
Montag 09.00 – 17.00
Dienstag 09.00 – 17.00
Mittwoch 09.00 – 17.00
Donnerstag 09.00 – 17.00
Freitag nach Vereinbarung
Telefonische Sprechzeiten
24/7 – bitte sprechen Sie eine Nachricht auf den Anrufbeantworter!
Demnächst täglich variable Telefonzeiten mit direkter Erreichbarkeit!
Fehlt im Kiefer ausreichend stabiler Knochen, kann ein Zahnimplantat häufig nicht sofort sicher eingesetzt werden. Ursache können länger bestehende Zahnlücken, Parodontitis, chronische Entzündungen, frühere Zahnentfernungen oder der Verlust eines Implantats sein. In solchen Fällen kann ein Knochenaufbau mit Bioglas dabei helfen, den Defekt aufzufüllen und günstige Voraussetzungen für die körpereigene Knochenregeneration zu schaffen.

Der Kieferknochen bleibt vor allem dort erhalten, wo er regelmäßig belastet wird. Fehlt ein Zahn, kann sich der Knochen in diesem Bereich allmählich zurückbilden. Auch Parodontitis, Entzündungen, Zysten oder frühere chirurgische Eingriffe können einen Verlust von Knochenvolumen verursachen.
Ob ein Kieferknochenaufbau notwendig ist, beurteilen wir anhand der Knochenhöhe und -breite, der Gewebequalität, der Durchblutung und des Zahnfleischzustands. Soll später ein Implantat eingesetzt werden, muss ausreichend stabiler Knochen für eine sichere Verankerung vorhanden sein.
Bioglas ist kein gewöhnliches Glas. Es handelt sich um ein speziell entwickeltes anorganisches Biomaterial, das mit seiner biologischen Umgebung reagieren kann. Abhängig vom verwendeten Produkt enthält es mineralische Bestandteile wie Silizium, Calcium, Phosphat und Natrium.
Als synthetisches Knochenersatzmaterial wird das Material in den Knochendefekt eingebracht. Dort soll es nicht einfach nur einen Hohlraum füllen. Seine Oberfläche verändert sich nach dem Kontakt mit Körperflüssigkeiten und kann dadurch eine Verbindung zum umliegenden Gewebe fördern.
Für viele Patientinnen und Patienten ist außerdem wichtig, dass Bioglas als Knochenersatz synthetisch hergestellt werden kann. Je nach verwendetem Präparat ist damit ein Knochenaufbau ohne tierische Bestandteile möglich. Eine zusätzliche Entnahmestelle für körpereigenen Knochen lässt sich bei geeigneten Defekten ebenfalls vermeiden.
Nach dem Einbringen dringt Körperflüssigkeit in das bioaktive Glas ein. Dabei werden Natrium-, Calcium-, Phosphat-, Silikat- und Hydroxidionen freigesetzt. Zunächst bildet sich auf dem Material eine Silicagelschicht. Darauf entsteht eine knochenähnliche Apatitschicht aus Calcium und Phosphat.
An dieser Oberfläche lagern sich Proteine und körpereigene Wachstumsfaktoren an. Anschließend besiedeln Makrophagen das Material und begleiten die frühe Heilungsreaktion. Danach wandern knochenbildende Zellen, sogenannte Osteoblasten, ein. Sie bilden neue Knochenmatrix, die schrittweise mineralisiert wird.
So entsteht neuer Knochen, der sich mit dem Material verbindet. Das Bioglas liefert somit keinen fertigen Knochen, sondern schafft eine bioaktive Kontaktfläche für die körpereigene Knochenneubildung. Die Infografik zeigt diesen Wirkmechanismus in acht aufeinanderfolgenden Schritten.
Das bioaktive Glas wird von Blut und Gewebeflüssigkeit umgeben und tritt mit seiner biologischen Umgebung in Kontakt.
Wasser (H₂O) dringt in die Glasoberfläche ein. Dadurch bildet sich eine wasserhaltige Kieselsäureschicht.
Natrium (Na⁺), Calcium (Ca²⁺), Phosphat (PO₄³⁻), Kieselsäure (Si(OH)₄), Hydroxid (OH⁻) und Magnesium (Mg²⁺) werden an die Umgebung abgegeben.
Die freigesetzten Ionen reagieren miteinander und bilden eine amorphe Calcium-Phosphat-Schicht auf der Glasoberfläche.
Wachstumsfaktoren (Grün) und Proteine (Blau) lagern sich an der neu entstandenen Calcium-Phosphat-Schicht an.
Makrophagen (Lila) wandern zur Oberfläche. Sie fördern die Freisetzung von Zytokinen und weiteren Wachstumsfaktoren (Grün).
Osteoblasten (Rosa) heften sich an der Oberfläche an, vermehren sich und entwickeln sich zu aktiven knochenbildenden Zellen.
Eine neue Knochenmatrix entsteht und mineralisiert. Dadurch wird das bioaktive Glas schrittweise durch körpereigenen Knochen ersetzt.
Bei Bioverit® handelt es sich um eine bioaktive Glaskeramik-Beschichtung auf dem Keramikimplantat. Sie ist daher von dem Bioglas zu unterscheiden, das als Knochenersatzmaterial in den Defekt eingebracht wird.
Die strukturierte Bioverit®-Beschichtung soll günstige Voraussetzungen dafür schaffen, dass sich Knochen- und Bindegewebszellen an der Implantatoberfläche anlagern. Dadurch kann die Verbindung zwischen Keramikimplantat, Knochen und umgebendem Gewebe unterstützt werden.
Die beiden Materialien erfüllen somit unterschiedliche Aufgaben:
Beide Komponenten können innerhalb eines biologisch ausgerichteten Behandlungskonzepts miteinander kombiniert werden.
Ein biologischer Knochenaufbau verfolgt das Ziel, möglichst gute Bedingungen für die Bildung körpereigenen Gewebes zu schaffen. Entscheidend sind nicht nur die Materialeigenschaften, sondern auch eine sorgfältige Reinigung des Defekts, eine stabile Lagerung, eine gute Blutversorgung und ein spannungsarmer Wundverschluss.
Auch das Bioverit®-beschichtete Keramikimplantat fügt sich in diesen Ansatz ein. Keramikimplantate kommen ohne Titan aus und eignen sich für Patientinnen und Patienten, die Wert auf eine möglichst metallfreie Versorgung legen.
Ein Aufbau mit Bioglas kann bei begrenzten Knochendefekten, nach Zahnentfernungen oder zur Vorbereitung einer Implantation erwogen werden. Auch beim Knochenaufbau für Keramikimplantate kann das Material eingesetzt werden.
Ob das Verfahren geeignet ist, hängt insbesondere von Größe und Form des Defekts, der Knochenqualität, dem Zahnfleischzustand, möglichen Entzündungen und der erforderlichen Implantatstabilität ab.
Bei umfangreichen oder ungünstig geformten Defekten kann es notwendig sein, Bioglas mit Eigenknochen oder weiteren Materialien zu kombinieren. Ein einzelnes Knochenersatzmaterial eignet sich nicht für jede klinische Situation.
Die Frage nach Bioglas oder Eigenknochen lässt sich nicht pauschal beantworten. Eigenknochen gilt als besonders biologisch aktiv, weil er körpereigene Zellen und Wachstumsfaktoren mitbringt. Seine Gewinnung kann jedoch eine zusätzliche Entnahmestelle erforderlich machen.
Bioaktives Glas steht direkt zur Verfügung und kann bei geeigneten Defekten ohne eine zusätzliche Knochenentnahme eingesetzt werden. Es benötigt allerdings ein gut durchblutetes Umfeld und eine stabile Einbettung, damit neuer Knochen in den Bereich einwachsen kann.
Bei kleineren Defekten kann ein synthetisches Material allein ausreichend sein. Bei größeren Aufbauten ist eine Mischung mit Eigenknochen häufig sinnvoller. Die Materialwahl erfolgt daher immer individuell.
A-PRF ist eine aus dem eigenen Blut gewonnene Fibrinmatrix. Sie enthält unter anderem Blutplättchen, Leukozyten und körpereigene Botenstoffe. Während Bioglas ein mineralisches Gerüst bildet, unterstützt A-PRF vor allem die Wundheilung und das Weichgewebsmanagement.
Beide Verfahren können daher kombiniert werden. Das Bioglas wird in den Defekt eingebracht, während A-PRF das Material ergänzen oder den aufgebauten Bereich abdecken kann. Auf diese Weise werden ein mineralisches Gerüst und körpereigene regenerative Bestandteile miteinander verbunden.
Ausführliche Informationen finden Sie auf unserer Leistungsseite zum Knochenaufbau mit A-PRF-Membran.
Ob der Knochenaufbau mit Bioglas und die Implantation in einem Eingriff erfolgen können, hängt vor allem davon ab, ob sich das Keramikimplantat im vorhandenen Eigenknochen stabil verankern lässt.
Ist eine sichere Primärstabilität erreichbar, kann der Aufbau rund um das Implantat erfolgen. Reicht der vorhandene Knochen dafür noch nicht aus, wird zunächst der Defekt aufgebaut. Nach der Einheilphase prüfen wir, ob genügend reifer Knochen für das Keramikimplantat vorhanden ist.
Im biologischen Behandlungskonzept bevorzugen wir die Implantation im selben Eingriff, sofern sich das Keramikimplantat sicher im vorhandenen Eigenknochen verankern lässt. Ist dies nicht möglich, wird zunächst der Knochendefekt aufgebaut und das Implantat nach der Einheilphase eingesetzt.
Am Anfang stehen eine gründliche Untersuchung und die bildgebende Beurteilung des Knochendefekts. Anschließend planen wir, welche Form des Aufbaus geeignet ist und ob das Bioverit®-beschichtete Keramikimplantat sofort oder nach einer Heilungsphase eingesetzt werden kann.
Während des Eingriffs wird der Knochendefekt sorgfältig gereinigt und für den Aufbau vorbereitet. Anschließend bringen wir das bioaktive Glas ein und kombinieren es je nach Befund mit Eigenknochen oder A-PRF. Der Heilungsverlauf wird regelmäßig kontrolliert.

Die oberflächliche Wundheilung erfolgt deutlich schneller als die eigentliche Reifung des Knochens. Der neue Knochen benötigt Zeit, um sich aufzubauen, zu mineralisieren und belastbar zu werden. Wie lange dieser Prozess dauert, hängt von der Defektgröße, dem verwendeten Material, der Lage im Kiefer und der individuellen Heilungsfähigkeit ab.
Ein erfolgreicher Knochenaufbau beginnt mit einer präzisen Diagnose und einer individuellen Planung. Bei Biodental Hamburg prüfen wir, ob bioaktives Glas für Ihren Knochendefekt geeignet ist und ob im selben Eingriff oder nach der Einheilphase ein Bioverit®-beschichtetes Keramikimplantat eingesetzt werden kann.
Dabei betrachten wir nicht nur das fehlende Knochenvolumen, sondern die gesamte biologische Ausgangssituation. Ziel ist eine verträgliche, funktionelle und langfristig stabile Versorgung.